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Fahrtenlogbuch

 

Übersicht der Ausleih-Zeiträume

 

 

 


Eistour vom Atlantik ans Mittelmeer

von Aldo Balmer

Was bringt zwei alte Töffhasen dazu, Familie und Geschäft alleine zu lassen und sich stundenlang im Sattel zu quälen? In einer Zeit, wo die Tage am kürzesten sind und es eigentlich hinter dem Ofen gemütlich wäre?
Klar, eine top ausgerüstete BMW R1200GS ausgiebig zu fahren, war schon eine Versuchung.

Dass uns die erste Januarwoche gerade dieses Jahr einen happigen Wintereinbruch bescheren sollte, ahnte wohl niemand . . .


Übernahme der GS in Mömlingen beim Chef persönlich

In flotter Fahrt und gut eingepackt fuhren wir via Reims, Paris, Tours, Bordeaux nach Biarritz. Die Küstenfahrt über Bilbao und Santander überraschte mit vielen tollen Kurven und Ausblicken sowie der maximalen Temperatur von sagenhaften 12°! Auch den zahlreichen Wassersportlern schien dies zum Surfen und Wellenreiten zu genügen.


Golf von Biscaya

Nun steuerten wir unser Ziel, die Hauptstadt Spaniens, über mehrere ausgedehnte Gebirgszüge an. Welch Freude frühmorgens nach einem fragwürdigen Kaffee das Eis von Sattel und Windscheibe zu kratzen.


El Cancho del Aguila

Wir hatten unwissentlich auf gut 1000m Höhe übernachtet und sausten nun erwartungsvoll hinunter ins wohl etwas mildere Madrid.



Fehlanzeige! Stau, Nebel und 2° bewogen uns zur raschen Weiterfahrt via Zaragoza nach Barcelona. Steinlandschaften und selten Rebstöcke begleiteten die endlosen Kilometer. Am Mittelmeer angekommen wechselten wir unmittelbar auf die kurvigen Küstenstrassen . . .


. . . und staunten nicht schlecht, als uns ein Salzfahrzeug kreuzte. Ein Blick auf die Temperaturanzeige im Cockpit und das Rätsel auf Meereshöhe war gelöst:   - 2° über Mittag!


Pause an der Costa Brava


Im Winter wie verlassen . . .

Eigentlich hatten wir schon mehr als einen „Reservetag“ herausgefahren und wollten den Süden etwas gemächlicher bereisen, doch der Schneefall an der Küste bewog uns zur Weiterfahrt. Auf einer der ersten Tankstellen in Frankreich, womit nun auch die Verständigung besser klappte, ernteten wir völliges Unverständnis. Es sei ein schwerer Wintereinbruch angekündigt; wir sollten schleunigst das Motorrad von der Strasse nehmen!


Sète, nur wenige Hotels haben im Januar geöffnet

Kurz nach unserer vorzeitigen Rückfahrt durch das Rhônetal fielen in Marseille 30cm Schnee.
Der Tankwart machte uns also nichts vor. Die GS kämpfte sich bravourös über die gesalzenen Strassen durch Lyon nach Genf. Am Zoll gab es lange Gesichter; 2 Schweizer auf einem Motorrad mit deutschem Kennzeichen und noch bei diesem Wetter!


Da zeigen sich die Vorteile eines Kardanantriebes . . .

Am Jurasüdfuss wurde die Fahrspur immer enger. Festgefahrener Schnee und Eisplatten machten ein Vorwärtskommen unmöglich; da hatten wir doch tatsächlich die Ketten vergessen . . .


Eisige Verhältnisse am Neuenburgersee

Am nächsten Morgen und mit frischer Kraft nahmen wir die letzte Etappe in Angriff. Über Basel, Karlsruhe zurück zum Startpunkt bei Zweirad Norton.


Zurück im eigenen Hafen bei - 7.5° angekommen . . .

Tanken und Scheibe waschen, sonst hatten wir auf den 4’200 km in den 7 Tagen mit der GS nichts zu tun. Zuverlässig, gutmütig und souverän auf der Strasse; einzig die Griffheizung für den Sozius haben wir vermisst!

 

Vielen Dank dem Norton Team

Luc Bilgeri  +  Aldo Balmer, Schweiz, Regio Bodensee